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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Am Anfang stand die Idee . . .

auf ein magnetisierbares Medium wie zum Beispiel einen runden Eisendraht magnetische Informationen "aufzubringen". Es gab keine Verstärker und keine Elektronik, nur die primitive Technik, die der Phillip Reiss als Telefon entdeckt hatte. Man nahm dann das Dünnste an Draht, das damals verfügbar war (es waren Klaviersaiten) und experimentierte mit Stärken von 0,1 bis 0,08mm Draht.

Der Stahl-"Draht" war zu "rund".

Also das war nix mit dem Stahldraht. Man kann runden Stahldraht eben nur mit ganz erheblichem Aufwand sauber und geordnet auf Spulen wickeln. Denken Sie an Ihre Kabeltrommel in der Garage oder im Keller, wie das Kneul dort aussieht. Rechts sehen Sie zwei konträre Beispiele von Kupferdraht-Spulen in Servo-Motoren. Mehr darüber steht in unserer kleinen Motorenkunde.

 

Von Hand geht es also gar nicht, mit der Maschine auch nur bescheiden, vor allem nicht mit der damaligen Technik und der sehr hohen Wickel- Geschwindigkeit. Erst der Computer konnte es richtig (siehe Bild rechts). Die Amerkaner haben dennoch bis 1952 diese Steel Wire Recorder verkauft und gekauft ! Einfach unglaublich . . . . (Oh, Mist, die Deutschen nämlich auch.)

Auch mit dem Stahl-"Band" geht es nicht.

Später gab es dann Versuche, auf dünnem 3 oder 5mm breitem Stahlband, also platt gewalztem Draht, Töne aufzuzeichnen. Die Spulen waren jedoch viel zu schwer und wenn es mal riß, flogen so richtig die Fetzen (sagt die Legende). Eine Stahlband- Spule wog über 35 Kilo und die mußte ganz schön schnell drehen, damit auf dem Stahlband etwas Vernünftiges drauf war. Stellen Sie sich vor, was da an Schwung (= kinetische Energie) zusammen kommt, wenn die 35 Kilo so richtig schnell drehen und sich diese Spule loslöst.

 

Facit: Bis zu dieser Technik wurde eigentlich nur experimentiert.

Man sollte Trägermaterial und Magnetschicht trennen.

Aus den Versuchen mit dem Stahlband kamen diverse Ideen, die alle die Schwächen des Stahlbandes im Fokus hatten. Das Stahlband war nicht flexibel genug, eigentlich viel zu dick und damit viel zu schwer. Man hatte seit 1880 schon den Film mit dem Celluloid Trägermaterial (eine Verbindung aus Nitrocellulose and Camphor), nur war dort eine chemische Verarbeitung (Entwicklung) und Durchsichtigkeit gefragt. Auch war das Film-Material viel zu dick. Und man wußte bereits, Nitrocellulose brannte wie Feuer oder explodierte sogar.

Beschichtetes "Papier"-Band - eine Lösung ?

So ging es also nicht und der Dresdner Ingenieur Fritz Pfleumer (ein gebürtiger Österreicher) konnte es nicht auf sich sitzen lassen, daß das alles nicht funktionierte und experimentierte weiter. Pfleumer dachte an die mit Goldpulver beschichteten Mundstücke von Zigaretten und beschichtete 1928 so ähnlich diverses Trägermaterial und dann etwas festeres Papier mit Eisenpulver und hatte schon fast die "halbe Miete".

 

Also diese seine Richtung war erstmals vielversprechend. 1928 hatte er schon ein richtiges 16mm "Ton(Film-)bandgerät" vorführbereit. Jedoch beim Spulen oder "Umspulen" soll der braune Staub die zu dicht herangekommenen staunenden Gesicher gebräunt haben, (sagt die Legende). Scheinbar muß der Abrieb schon große Probleme bereitet haben.

 

Die durchgreifende Wende kam damals aber erst durch die (oder nach der) Entwicklung des Magnettonkopfes durch Herrn Schüller 1932. Die Trennung von Trägermaterial und Beschichtung bekam nun eine ganz neue Dimension. Das magnetische Material konnte erstmals "durchmagnetisiert" werden. Doch riß das Papier dauernd auf den ersten AEG Maschinen. Da hatte das damals benutzte "Papier" nicht die Reißfestigkeit, die es gebraucht hätte, um das Umspulen zu vertragen. Noch nicht.

Das "Kunststoff"-Band wurde entwickelt.

Bilder von David Winter/Paris - Bandmaterial September 1941.
Diesen Bobby gab es bis etwa 1942.

Auch verschiedene Experimente mit diversen Papiersorten (z.B. Pergament) brachten nicht das gewünschte Ergebnis. Ein reiner Papierstreifen oder auch spezielles festes Papier war als Trägermaterial anscheinend nicht geeignet.

 

Erst 1935 bekam man das etwas besser in den Griff mit der AEG K1 mit dem neuen 3 Motoren Laufwerk. Doch auch das war noch nicht der Weisheit letzter Schluß. Es gab also noch viel zu tun. Das wichtigste war, es gab mit dem AEG K1 seit 1935 erstmals überhaupt ein funktionierendes Magnetband-Aufnahmegerät. Bei der IG Farben in Ludwighafen (später BASF) entwickelte man dafür (angeblich bereits seit 1932 - eher ab 1934) ein fast abriebfestes sogenanntes "Kunststoff"- Band auf der Basis eines Acetyl-Cellulose-Trägers.

Zu den beiden Bildern rechts: (von David Winter/Paris) - Dieses Bandmaterial ist laut David entsprechend den Seriennummern etwa vom September 1941.

Diesen (Drei-Pin-) Bobby (oder Kern) gab es bis etwa 1942, ab dann gab es den typischen deutlich größeren (Zwei-Pin-) AEG-Kern.

"Acetyl-Cellulose" ist eigentlich immer noch Papier, denn "Cellulose" ist der Grundbestandteil für Papier, nämlich aus Holz gewonnen und "Acetyl" könnte man (nicht ganz korrekt) mit Essigsäure gleichsetzen. Beides sind biologische Produkte.
Das erste richtige Kunststoffband, daß den Namen auch wirklich verdiente, war das neue PVC (Poly- Vinyl-Chlorid) Band der IG Farben von 1943.

Das 6,5mm Band für die Magnetische Aufzeichnung

ein späteres PE Band 1944

Maßgeblich an der ganzen Magnetband- Entwicklung beteiligt war Dr. Friedrich Matthias bei der BASF in Ludwigshafen, so um 1932-1936.

 

Bei dieser Entwicklung wurde dann das Eisenoxid-Pulver feiner und gleichmäßiger in die Emulsion (der Trägerfolie) eingerührt (also nicht mehr "aufgeklebt" bzw. auf den Kleber aufgesprüht und so auf das Trägermaterial aufgebracht). So oder so ähnlich stellte man das "Masseband" über längere Zeit her. Das war zwar toll, aber mit dem eigentlichen Qualitätsproblem der Aufnahme war man noch kein Stück weiter. Dieses verbesserte Tonband lieferte auch nur ca. 30db (Dezibel) Rauschabstand mit einem hohen Klirrfaktor und einen sehr bescheidenen Frequenzgang, und immer noch deutlich schlechter als die Wachsplatten.

 

Es gab zwar noch mal einen Sprung auf ca. 37db durch ein anderes neues ferromagnetisches Material. Auch das war nur ein Tropfen.  - Warum auch immer, die magnetisch beschichtete Seite (die sogenannte Schichtlage) lag bei allen deutschen Geräten bis über 1945 hinaus außen.

1936 - das Band lief oberhalb der Tonköpfe vorbei
ein Nachkriegs AEG K8 mit der alten deutschen Schichtlage

Die Magnetschicht lag damals außen.

So richtig (fast) perfekt lief es erst durch die von Braunmühl und Weber 1940 entdeckte HF Vormagnetisierung. Das war der absolute Jahrhundert-Knaller, eine unglaubliche Qualität (ca. 55 bis 60db Rauschabstand) mit einer Robustheit, die professionelles Arbeiten ermöglichte. Bis 1945 war dieses Typ L Band dann genau 6,5mm breit und die Magnetschicht lag immer noch außen.

Wir nehmen an, daß die Trägerschicht dünner war als die Magnetschicht und daß es beim Aufwickeln Risse oder Ablösungen gegeben haben mußte, wenn die Magnetschicht innen gelegen hätte. Die Argumentation mit dem lästigen Kopiereffekt (ein Echo von Lage zu Lage) trat zu der Zeit noch gar nicht auf, die Bänder waren ja noch viel zu jung.


Auf dem Bild rechts sieht man, daß die gelbe Trägerschicht innen im Bandwickel und damit oben auf den Köpfen liegt. Wenn Sie mehr über die Entwicklung wissen wollen, schauen Sie mal rein in die Historie.

6,5mm war zu Deutsch, 1/4" (6.350mm) muß es sein.

Das erste richtige Tonband aus Papier und später aus Kunststoff war richtig Deutsch in vollen 6,5 Millimetern. Das ging nicht lange gut, zumal sich in Deutschland nach dem verlorenen Krieg erst mal nichts mehr so richtig bewegte.

 

So kam dann das Aus für die Deutschen durch das Kriegsende April 1945. Es ging weiter bei den Amerikanern mit den "übergesiedelten" deutschen AEG K2 oder K4, woraus dann 1948 die AMPEX 200 entstand. Diese hatte dann "natürlich" US amerikanisches Zoll Format und das waren eben nur nominale 6,35mm (eigentlich nur echte 6,25mm) und so wurde der Weltstandard in den USA gemacht und von da an nur noch in Zoll. Also wir hatten die Ehre, wenn man nach dem Krieg überhaupt wieder von Ehre sprechen durfte und die AMIs hatten den Profit und das blieb dann auch noch ein paar Jahre so.

Ab jetzt liegt die Magnetschicht innen.

Ganz wichtig ist noch zu erwähnen, die Amerikaner drehten die Magnetschicht des Bandwickels erstmals nach innen und so blieb es dann bis heute. Alle uns bekannten Open Reel Audio-Systeme wickeln immer mit der Schicht nach innen auf, (nicht zu verwechseln mit der "Spur-Lage", also welche der Spuren in welcher Richtung zuerst beschrieben wurde). (Ausnahmen sind die Philips CC Kassetten ab 1963.)

Aus Magnet-Pulver wurde Magnet-Puder, dann Magnet-Staub

Es sollte immer mehr drauf auf das Band, vor allem, damit man es langsamer als 1m/s bzw. 77cm/s laufen lassen konnte. Und das ursprüngliche Eisenoxid, zu Pulver fein gemahlen, war viel zu grobkörnig. Also wurden neue Methoden zur Verkleinerung der Partikel entwickelt und das Pulver wurde immer feinkörniger.


Irgendwann war es nur noch (magnetischer) Puder und irgendwann ganz viel später war nur noch magnetischer Staub auf dem Magnetband mit einer Schichtdicke von wenigen µm (1µm = 0,001mm).

Wie die Hersteller diesen Magnetstaub in die Emulsion einrühren konnten und dann auch noch in 2 µm Schichten auf ein Trägerband aufbringen konnten, verraten (verrieten) sie natürlich nur ungern (oder nie).

Die verschiedenen Band Varianten

Am Anfang gab es das 1/4" Studioband in robuster Acetyl-Cellulose Qualität und Dicke. Es ging nicht sonderlich viel drauf auf eine 18er Spule, aber die Studios hatten ja offene 26cm Wickelteller, die Amerikaner sogar 16" (über 30cm) Teller.

 

Doch man konnte den anfäglichen Acetyl-Cellulose-Träger (später dann aus PVC und inzwischen aus PE Material) dünner machen bei gleicher bzw. besserer Stabilität gegen Zerren und Rupfen und nannte das dann Langspielband (grün). Im Hobbybereich gab es eine Zeit lang nichts Besseres und wir mußten damit leben. Mit zunehmend verbesserter Laufwerks-Technik, das sind dann sensiblere Bandzugtechniken, konnte man wiederum das Band "verdünnen".

 

Daraus wurde das Doppelspielband (blau). Wir Hobbyisten waren glücklich, denn es funktionierte einigermaßen bei wohlwollender Umschreibung der Probleme.

 

Dann kam das Triple Band (grau), später auch noch mit Rückseitenbeschichtung und ganz vielen speziellen "Mischungen" mit Chrom-"Blablabla" für die protzigen Akais und Teacs und natürlich auch für die Revox A77 und die ASC 6000. Das gab einen monatelangen marketingmäßigen Schlagabtausch der Europäer, Amerikaner und Japaner, wer denn nun die beste Qualität liefern könnte. Das ging dann weiter bis zum Sechsfachspielband für die 1963 herausgekommenen kleinen Philips Compact Cassetten.

Bei uns waren BASF und AGFA die beiden dominierenden Hersteller. Aus dem Ostblock kam fast nicht zu uns rüber, die hatten so wenig davon, daß es für die Nutzer hinter dem Eisernen Vorhang nicht reichte und die Qualität war angeblich mäßig. Weltweit gab es damals aber noch mehr große Namen außer 3M, Fuji, Memorex, Sony usw., die noch Bandmaterial produzierten. Inzwischen (2005) hat sich die Zahl dramatisch dezimiert.

 

Am Ende ging es aus wie das "Hornberger Schießen", denn die Band-Maschinen mußten langwierig und mühsam auf eine ganz bestimmte Sorte eingemessen (optimiert) werden und von da an gab es keine Alternative mehr. Das galt natürlich auch für die Cassettengeräte, die übrigens nie an die Qualität der Bandgeräte heran kamen. Also das mit dem Einmessen, es machte fast keiner, vor allem nicht die Akai- und Teac- Käufer, die ja eh nur die glänzende Edelstahl-Optik wollten (ist eine rein private Unterstellung).

1/4 Zoll war zu wenig, breiter musste es werden

Die Ideen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sprossen aus allen Köpfen und die AMIs hatten ja nicht nur Wernher von Braun "geerbt", da waren ja noch viel mehr kluge Köpfe nach USA gegangen. Und selbst hatten die Amerikaner auch sehr sehr viele junge Leute mit hervorragenden Ausbildungen und progressiven Ideen. Man denke nur an Ray Dolby.

 

Also auf 6,3mm ging nicht genug drauf, die ersten US Fernsehstudios konnten (wie damals beim Rundfunk) nur live senden und man wollte oder mußte unbedingt Bilder oder ganze Filme aufzeichnen. Diese Zwangsläufigkeit kam aus der 3 stündigen Zeitverschiebung von der Ost-Küste zur amerikanischen West-Küste. Wer mal in den USA war, der weiß, das ist ein wirklich riesiges Land. Von Miami nach San Francisco sind es etwa 3000 Meilen, von Miami nach Europa etwa 5000.

 

Also verdoppelte man die Breite des Bandes auf 1/2" = 12,6mm.

Immer noch nicht genug, das 2 Zoll Band mußte her.

Die AMPEX Mannen wurden nicht nur vom Teufel in Form von General Electric und RCA getrieben, sondern auch vom Ehrgeiz, die Besten zu sein. Und das mit "schwarz weiß" könnte man doch einfach überspringen und der versammelten Fernseh-Welt in Montreux wieder mal zeigen, woher der Wind weht. Also, Farbe musste her und zwar schnell.

 

Doch mit der Bandbreite bei Farbe von 5 MHz war das 1/2" Band längst überfordert. Es gab sicher Versuche, das Halbzoll Band mit mehreren Spuren gleichzeitig sehr schnell laufen zu lassen, doch auch hier war bei hoher Geschwindigkeit die Massenträgheit der großen Bandwickel ein gewaltiges Hinderniss. Es mußte auf eine völlig neue Technologie übergegangen werden. Man wollte und mußte den Magnet-Kopf erheblich schneller gegenüber dem Band (also relativ zum Band) bewegen.

 

Dazu baute man den oder die Video-Köpfe in eine sehr schnell rotierende Trommel ein, deren Umdrehung senkrecht zur Bandbewegung funktionierte. Dabei konnte das Band relativ langsam an der Trommel vorbei laufen. Das modernere Schrägspurverfahren mit der schräg positionierten Trommel kam erst viel später.

 

Man erzählt auch, daß 3M sogleich ein 2" Band aus der Schublade gezogen haben soll, in weiser Voraussicht, jemand könne es brauchen und 3M könne es gut (mit viel Profit) verkaufen. Und AMPEX hatte die Maschine dazu.

 

Auch hier griff man teilweise auf eine alte deutsche Idee von 1932 von dem schnell rotierenden Tonkopf, also einer sehr schnell rotierenden Trommel mit einem außen am Rand eingebauten Magnetkopf in zurück.

Fairer Weise muß man hier den emsigen Ampex Mannen in den USA die große Ehre zuteil werden lassen. Die haben diese difizile Video-Technik mühsam und geheimnisumwittert entwickelt und gewonnen. Sie waren die Ersten, die so ein tolles "Ding" fertig hatten. Und sie haben "Ihr" Geheimnis lange gut gehütet. Andere Gerüchte sagen auch, daß der alte Ampex Chef mit dieser Entwicklung ein sehr hohes finanzielles Risiko eingegangen war und die Firma zeitweise am Rande des Abgrundes gefahren wurde.

Das ist zum Beispiel eine Parallele zur Boing 747 (genannt der "JumboJet"), der damals 1967/69 auch für die Boing Flugzeugwerke eine sehr große Nummer war, fast eine Nummer zu groß. Wäre der Jumbo im Feb. 1969 nicht auf Anhieb geflogen, wäre Boing damals pleite gewesen, sagt man.

 

Von den Japanern war zu dieser Zeit im Video-Bereich immer noch nichts zu sehen.

Mit 2 Zoll war es eine Qual.

Wer mal wie der Autor richtige dicke 2" MAZ-Bänder (in Transport- "Kassetten"), also massive 10 bis 12 Kilo Plastik-Koffer mit vollen 2" Alu-Spulen, verschiedene Treppen rauf und runter schleppen mußte, der weiß, was das für eine Quälerei ist (war).

 

Wer dann noch die alten Wiesbadener ZDF Archive (in einer Mühle) kannte, weiß, wie viele Bänder mit wie wenig drauf (im Vergleich zu heute) da gelagert wurden. Und wer mal dabei war, wie mehrere Stunden lang eine 2" Fese MAZ (= Videobandmaschine) im Ü-Wagen eingemessen wurde, um einen 5 Minuten Trailer aufzunehmen, weiß um die Mühen mit dieser Technik. Im Rückblick denkt der Autor mit Grauen an diese Zeit. Es gibt da noch ein paar alte unverbesserliche Fans mit viel Elan in einer alten dunklen Halle in Wiesbaden im Fundus des noch zu etablierenden Fernseh- Museum´s. Die wissen noch, wie das damals war.

 

Selbst unsere erste Panasonic F10 Semi Profi Farb Kamera mit portablem 1/2" VHS Farb-Recorder 1988 konnte man einschalten, den Weißabgleich laufen lassen und es ging los, sagen wir ca. 2 Minuten hat es gedauert. (ein etwas hinkender Vergleich wegen der nur VHS Hobby-Qualität).

Das Band muß schmaler werden, also wieder 1 Zoll.

Jetzt kamen die Europäer wieder und vor allem die Japaner mit Gewalt auf den Markt. Warum sie so lange gewartet hatten, entzieht sich unseren Recherchen. Selbst die Fese (Bosch Fernseh GmbH in Darmstadt) mußte schnellstens umdenken und 1" Farbmaschien anbieten. Mit der zunehmenden Halbleiter- Bestückung ging es mit der Breite des Bandes wieder rapide abwärts, jedenfalls beim Fernsehen.

 

In den Tonstudios waren bis dahin die 2" / 48 Spur Analog-Monster-Recorder edelster Art im Einsatz. Es gab da Monster mit 450 Kilo und mehreren Quadratmetern Stellfläche zuzüglich dem Verstärkerteil für eine viertel Million Dollar und mehr.

 

Diese Monster kosten heute im ebay nicht mal 500 Euro. Alleine das sagt doch alles.

Das Band war hinten drauf zu glatt . . .

es mußte dazu auf der Rückseite beschichtet werden. Bänder mit großen Bandwickeln selbst mit Alu Spulen konnten nur mit strammen kräftigen Wickelmotoren einigermaßen glatt aufgewickelt werden. Doch das immer dünnere Band, insbesondere das 1/4" Band litt darunter. Es war zur damaligen Zeit schlichtweg zu teuer, perfekt geregelte Servo-Motoren wie bei heutigen DLTs einzusetzen. Die Bandzugregler mit Federn und Rutschkupplungen waren damals immer noch unzureichend. Und die Motoren in den großen Maschinen waren riesig.

 

Also bekam das Band eine rauhe Rückseitenbeschichtung, kostete dann locker das Doppelte und wickelte von nun sauber auf. Der Autor hat noch heute für seine Revox A77, ASC 6002 und AKAI 625D Maschinen viele 26,5cm 1/4" Bänder der teuren Art und natürlich auf ALU-Spulen.

 

Als 1984 das erste perfekt gesteuerte DLT Laufwerk, das DEC TK50, entwickelt wurde und auf den Markt kam, lagen die letzten großen Magnetband Boliden gerade in den allerletzten Zuckungen.

Der Bandaufbau im Bild :

die magnetische Beschichtung - das Bindemittel - die Trägerschicht - die Rückseitenbschichtung

Da geht bestimmt noch mehr drauf, also wieder 1/2 Zoll

Und es war immer noch zu breit und es ging immer noch nicht genug drauf, also machte man weitere Versuche mit 1/2" Band. Durch sorgfältigstes Erforschen der magnetischen Eigenschaften des Eisenoxyd Pulvers in Verbindung mit anderen Mischungen zum Beispiel mit Chromdioxyd kam man auf immer höhere Datendichten. Dann wurden auch die Partikel immer kleiner und feiner. Natürlich wurde auch die Beschreibbarkeit (Magnetisierbarkeit) immer komplexer und auch die Handhabung immer sensibler.

 

Natürlich hatten die großen Hersteller zumeist in Japan ein besonderes Interesse daran (manche sprechen von Leidensdruck), die Kundschaft zu "halten" und so entwickelten sie mit mehr Ausdauer die Technologie weiter (als die Kollegen bei 3M oder BASF) und bauten ein besonderes Band aus 3 Schichten zusammen.

 

Darüber gibt es ganze Bücher, da werden wir mal die Links suchen und diese einbinden.

Nach viertel Zoll kam dann noch achtel Zoll . . .

ganz frühe Philps Kassetten
eine gigantische Typen- Schwemme von völlig irren 100 Millionen pro Jahr !!

1963 kam die (kleine primitive) 3,81mm Philips Bandkassette auf den Markt und krempelte einigermaßen überraschend (auch für Philips selbst) alles bisher Dagewesene in einer unglaublichen Geschwindigkeit völlig um.


Es war schier unglaublich, was auf und in solch eine "Compact Cassette" alles rein ging. Am Ende (also etwa 15 Jahre später 1979) konnte man auf die "CC" etwa 120 Minuten in nahezu edelster Hifi Qualität auf dünnsten Sechsfachbändern aufzeichnen. Und aus verrostetem Eisen wurde (Fe2O3) und dann "Chromium dioxide" (CrO2) und dann immer exotischere (metallische) Materialien.

Ganz später wurde die Magnet-Schicht noch mit Cobalt und anderen Metallen "gedoped" und Sony entwickelte ein Zweischichtenband mit weiteren Ferriten und mit Chromdioxyd.

 
Und damit war dann die Schallgrenze erreicht. Der Umstieg von der analogen Philips CC auf digitale Technik (genannt DCC) mit diesen Kassetten geriet nämlich zum großen Flop für Philips.

Aha, es gibt auf einmal (wieder) metrische 4mm und 8mm breite Bänder.

Ganz plötzlich hatten wir metrischen Europäer wieder "Oberwasser" mit Hilfe der Japaner aus dem Hause Sony. Die Japaner hatten zusammen mit Polaroid (USA) 1985 das 8mm breite Video Band entwickelt und vorgestellt. Es war ganz enorm, sich gegen die Weltmacht USA zu stemmen und nicht in Zoll, sondern in glatten Millimetern zu rechnen, zu konstruieren und zu produzieren.
Und eine paar Jahre später (1987) brachten sie ein 4mm breites Digitales Audio Band (DAT/DDS) heraus (auch wieder von Sony), auch kein krummes Zoll Maß oder diese "Inches" mit den drei Nachkommastellen dabei.

Nicht nur die Computer brauchen Datenbänder

An andere Stelle haben wir bereits kurz ausgeführt, daß es schon einen Unterschied macht, ob man analoge Signale oder digitale Daten auf Magnetband speichert. Mehr über die Data Bänder finden Sie hier. Bei der Speicherung von digitalen Signalen man kann diese Bänder von der Beschichtung ganz deutlich auf diese neue Technik optimieren.

 

Ende der 90er Jahre wurde auch dem Consumer, also dem Hobbyfilmer, der digitale Camcorder mit einer neuen DV Kassette preislich schmackhaft gemacht. Diese Bänder ware nur 8mm oder sogar nur 4mm breit und sollten mehrere Stunden 16:9 Videomaterial speichern, digital speichern.

 

Doch im Consumer Bereich war Qualität immer "relativ", also Preis sensibel. Wenn der Ton auf dem Band mal aussetzte oder ein Bild flackerte, das konnte man leicht verschmerzen. Wenn aber bei der Datensicherung ganze Brocken (Blöcke) fehlten, dann war das absolut unbrauchbar. Auch darf auf den Daten-Magnetbändern immer nur verlustfrei komprimiert werden (STAC Verfahren)

 

Jetzt wurde also die Beschreibbarkeit bzw. die Datendichte des flexiblen Bandes auf die Spitze getrieben. Bei den Festplatten hatte man "gigantische" Fortschritte erzielt, wir sagen herausgequält. Inzwischen wissen es die meisten, wie schnell eine 300 oder 750 GigaPlatte den Geist aufgibt.

 

Und jetzt sind wir bei den S-DLT oder LTO Bändern mit 12,6mm Breite bei 400 und 800 Gigabyte angelangt und es stockt seit Monaten. (Juni 2005 und update Sept. 2007 - siehe Infos im usedlto.com Bereich)

Hier eine Bildersammlung zum Vergleich :

Alte und neue Bänder und Band-Kassetten in den unterschiedlichsten Breiten.

Kommt noch.

Qualität bis zur Perfektion, hier ein paar Köpfe:

Hier rechts sehen Sie einen edlen japanischen 1/4 Zoll Ganzmetall-Tonkopf sogar schon für 4Kanal 4Spur Aufnahmen.

 

Bilder haben wir genug. Eine eigene Seite kommt noch.

 

 

So, das waren die Bänder. Aber wie geht es bei den DLT Data- Aufnahme- Geräten. Musik und Daten unterscheiden sich doch grundlegend. Also weiter geht es mit dem DLT Prinzip . . . . . . .

 

 

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