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Homepage   /  Magnetbandtechn.  /  Das Resume
Hier gibt es nichts mehr zu lächeln oder zu schmunzeln, hier ist es gefährlich todernst und totenstill.

Wie auf der Seite vorher und auf der letzen Seite der Max Grundig Historie anschaulich dargestellt, waren die aufkommenden Probleme bereits ab 1975 deutlich zu erkennen und sie waren vor allem logisch nachvollziehbar. Ein "Scheiß Japaner" hat sie nicht gelöst. Auf mehreren Seiten hier im Bereich Japans Erfahrung steht wesentlich mehr.

 

Die Bosse (ist neudeutsch und steht für "die Chefs") samt ihren Entwicklern haben sich entweder ausgeruht oder vollends gepennt. Selbst den damals noch wenig bewanderten Laien war aufgefalllen, daß so ab 1972 immer mehr attraktive und preiswerte und auch sehr teure edle Audio- und Video- Geräte aus Fernost (damals vor allem aus Japan) in den Schaufenstern und Regalen der Rundfunk-, Foto- und Hifi- Läden standen. Und das galt sowohl für die ungewohnt gute Qualität der angebotenen Technik (Beispiel SONY´s Trinitron) wie auch für das neue ungewohnte extrem gute Preis- Leistungs- Verhältnis.

 

Das muß "denen" doch mal aufgefallen sein. Im Nachhinein muß der Autor feststellen, die europäischen Hersteller müssen nahezu allesamt mit Blindheit geschlagen worden sein, so zu tun, als ob das damals alles nur "Fata Morganen" gewesen seien.


Ein Beispiel aus der Computerbranche im Jahr 2006

Da wirbt ein taiwanesischer Hersteller in 2006 mit folgenden Zahlen:

- gegründet 1974
- der Nr.2 Lieferant in 2005 von Mainboards mit mehr als 42 Millionen Stück
- der Nr.1 Lieferant von mehr als 65 Millionen PC Gehäusen in 2005
- der Nr.1 Hersteller von PC Sockeln und Konnektoren
- der Nr.2 Hersteller von Konnektoren
- der Nr.2 Hersteller von Kühlkörpern mit 25% Marktanteil
- ein Jahresumsatz 2005 von 30 Milliarden US-Dollar
- 350,000 + Angestellte weltweit
- Das größte privat geführte herstellende Unternehmen in Taiwan
- Das fünftgrößte Unternehmen in Taiwan
- Der größte China-Exporteur
- der Nr.1 OEM-Vertragshersteller mit 37 Millionen Quadratmetern Produktionsfläche
-

Welcher Hersteller in Europa hatte denn über 1 Million Quadratmeter Produktionsfläche ? Grundig hatte in den Blütezeiten 3 Milliarden DM Umsatz und 32.ooo Mitarbeiter, dieser hier nennt 30 Milliarden Dollar und 350.ooo Mitarbeiter. Selbst wenn man davon nur die Hälfte glaubt, (im Orient und in den Ländern der aufgehenede Sonne wird gerne und oft übertrieben,) dann sind das gewaltige Zahlen.


Ein ganz bezeichnendes Beispiel aus der deutschen Video Profi Studio-Technik: die Fese / BTS / Philips



edelster Fese GmbH Video-Kopf

Die Bosch Fernseh GmbH in Darmstadt war Jahre lang der exclusive und edle (und teure) Haus- und Hof- Lieferant für die europäischen (und sogar für viele weltweite) Fernseh- Studios und "Anstalten" oder einfach für "die Sender".

 

Dort wurden nach einigen Anfangsschwierigkeiten eine Serie technisch konkurrenzloser Magnetband- Videorecorder (BCN 40 und 50) auf Vorhandenem aufgesetzt und weiterentwickelt und dann auch bei der Fese hergestellt. Bis dann die Japaner kamen. Also wurde verstärkt weiter entwickelt und es wurden dann noch bessere ? Geräte entwickelt (z.B. die BCN 52/53 und die BCN1000). Der Fernseh- Studio- Fachmann kennt noch die mißglückte (analoge) Quartercam / Lineplex Serie, ein wirklicher Hightech- Recorder auf schmalem 1/4" Video- Magnetband mit sehr kleinen Kassetten und absoluter Studioqualität. Leider funktionierten nicht mal die Prototypen verläßlich. Es wurde ein Flop (und die Buschtrommel munkelt sogar, es war der Sargdeckel des Unternehmens).

 

In dieser Zeit forschten natürlich auch die Japaner ganz intensiv, wie diese komplexe High-End Technik (aber digital) in den Griff zu bekommen wäre. Und da schieden sich die Geister diametral. Rechts als Beispiel das zentrale Teil (der Hochleistungs Präzisions-Scanner einer deutschen BCN 50), ein Teil des erfolgreichsten Profi-Farbvideorecorders seiner Zeit.


Und das Ergebnis:
Die Japaner hatten einfach das bessere Konzept.


In Darmstadt wurden dann edelste Video-Kopftrommeln mit einer unglaublichen mechanischen Präzision konstruiert, die diese Technik bedienen sollten und das völlig unbestritten auch konnten. Die Lager und Drehteile ware absolut an der Grenze der mechanischen Präzisionsfertigung angekommen.

 

Die Japaner hingegen hatten bereits Erfahrung mit Millionen von verhältnismäßig preiswerten Consumer- Videorecordern und sind damit anfänglich auch auf die Nase gefallen (mit der Qualität bei den Stückzahlen).

 

Das Problem war ganz einfach. Selbst die Japaner konnten (oder wollten) nicht auf Dauer diese Riesenstückzahlen von 50 bis 100 Millionen Kopftrommeln (das ist der sensibelste Teil des Recorders) in einer gleichbleibenden absoluten Qualität direkt an der (mechanischen) Grenze des technisch Machbaren produzieren (müssen). So hatten sie schon frühzeitig, eigentlich gezwungener Maßen, nach einer elektronischen Lösung des Qualitätsproblems auf "Silizium-Chip"-Basis gesucht.

 

Wenn also die vorhandene Mechanik die (Bild-) Fehler durch (die eigentlich zu großen) Toleranzen nicht verzeiht, dann ist die einzige Alternative eine verbesserte intelligente Korrektur- Elektronik, die diese Fehler- Korrektur vollelektronisch und automatisch vornimmt.

 


Also ganz kurz und knapp:

Die Deutschen forcierten die perfekte mechanische Lösung, die Japaner forcierten die elektronische Korrektur als intelligente Lösung und ..... Sie hatten damit Recht.


Und dazu waren sie mit dieser intelligenten Lösung um Dimensionen preiswerter.

Es war also eine Frage der Konstruktions- Philosophie und der Erkenntnis, wo denn die Grenzen der ökonomisch machbaren Technik lägen, in der Mechanik oder der Elektronik.

 

Im Ergebnis waren die Japaner einfach besser. Vor allem, es gab da schon lange nichts mehr abzukupfern oder zu "klauen", wie so mancher Europäer munkelte. Auch die Amerikaner bei Ampex haben Jahre lang an ihrer Kopftrommel-Mechanik weiter entwickelt und dann schließlich doch aufgegeben. Das alles haben die Japaner selber entwickelt, also die Produktions- Methodik und die eigenen Computer-Chips dazu.

 

Es ist dem Autor immer noch unverständlich, daß hier bei uns keiner auf diese Idee kam, zumal die Deutschen diese riesen Stückzahlen gar nicht produzieren konnten und somit noch viel mehr auf Optimierung hätten bedacht sein müssen.

 

Ob wir in Deutschland daraus etwas gelernt haben ?

 

Halt, da war doch noch was: Bei der Bosch Fernseh GmbH wurde so um 1990 mit Fördergeldern des BMFT (Bundesministerium für Forschungund Technik) eine absolut irre tolle digitale HDTV MAZ als Prototyp entwickelt. Sie ist verschwunden bzw. nie draußen agekommen ?? Warum auch immer.

 

Auf der Seite www.fernsehmuseum.info werden wir im Bereich Wissen und Technik diese Forschungsberichte einbringen. Wir waren damals schon gut . . . . .


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